(ein grandios verlorener wettbewerb für die neue haltestelle "zollverein")
Ort
Ein „Bahnsteig“ am Fuße eines Weltkulturerbes benötigt keinen fließenden Raum des ohnehin synonymen Verkehrsraumes, sondern ein starkes, signifikantes, simples Volumen, als sinnbildhaften Vorraum Zollvereins.
Geschichte
Eine Haltestelle für Zollverein bauen heißt eine Haltestelle für Zollverein erfinden. Nicht für Rüttenscheid, noch für Borbeck. Unsere Architektur ist individuell, wie ein Maßanzug und nicht wiederholbar. Geistiger Ausgangspunkt ist die Kultur der Menschen, und deren vergangenes Schaffen dort, die ebenso, wie die Architektur Zollvereins, eine originäre Kultur der Bergarbeiterwelt begründeten. Uns interessiert die Kultur der Vergangenheit, die nur noch bruchstückhaft erlebbar ist. Nicht die bildhaft übermächtigen Maschinen, nicht die excellente Architektur, sondern die Kultur des einfachen Bergarbeiters, die mit Schließen Zollvereins allmählich verschwindet. Das Arbeitsleben im Flöz, der Wechsel von Hell nach Dunkel, von Licht und Schatten, von Kälte und Wärme, das Leben unter Tage.
Bewegung-Beförderung
Unsere Architektur ist statisch, sprichwörtlich immobil und bildet einen konträren Gegensatz zur Geschwindigkeit des Straßenraumes. Sie verlangsamt die Straße durch die Baumasse, durch die dunkle Farbe und bildet einen ersten Verweil und Orientierungspunkt. Eine Mini-Landmarke im urbanen Mega-Geflecht Zollvereins. Außen dunkel, innen allseits weiß.
Am Tage ankommen - unter Tage abtauchen
Unser Vorschlag nimmt einen bewußten Abstand von einem herkömmlichen Vorschlag einer „nur Stahl-Glas-Dachkonstruktion“, die völlig ortsungebunden überall, wo eine Straßenbahn hält, stehen könnte. Die Zollverein-Haltestelle muß sprichwörtlich was leisten. Sie ist Sprungbrett der Besucher in eine befremdend wirkende Welt der Bergarbeiter. Sie informiert, macht mit Materialien vertraut, erzählt vom Wechselspiel eines Lebens unter Tage.
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