Mal ehrlich: Was halten Sie vom offiziellen Kulturhauptstadtlogo?
Schafft so ein geografisch-abstraktes Emblem Zusammenhalt, Einheit in der Vielfalt des Ruhrgebietes? Bietet es darüber hinaus Identifikationsmöglichkeiten für die Menschen der Region – oder braucht es dafür nicht ein menschliches Gesicht, eine Kunst-Figur?
Und was ist mit der Orientierung, die Bewohner wie Besucher der Kulturhauptstadt 2010 benötigen werden? Da sollte uns was besseres einfallen als bei der „Loveparade“, die ihre Gäste am Essener Hauptbahnhof mit schlichten Pfeilen, die zu den mobilen Toiletten wiesen, empfing ...!
An der Stelle kam mir mein „pissender Punk“ in den Sinn, ein Acrylgemälde, das bis dato unbeabsichtigt Menschen überzeugt, wo es hängt, müsse das WC sein ... also fing ich an, mit einem Punkerpärchen als "Kulturhauptstadtgesichtern" zu spielen. Schließlich ist das Ruhrgebiet nicht Bayreuth mit Wagner, rotem Teppich, Damen in Pelzen, etc. Wir sind auch nicht Düsseldorf mit der Kö oder Köln mit Karneval und Kathedrale. Und schon wieder Grubenlampen und Zechenromantik? Dann doch lieber die widerborstige Ästhetik und Kreativität, die ganz eigene Freiheit des Punks als Metapher wie Teil der Realität des Ruhrgebiets ...
Basierend auf den beiden Punkern entwarf ich eine Serie von rund 30 Bildern, die "kunstvolle" Wegweiser zu Veranstaltungen und letztlich Identifikationsstifter sein könnten. Ich hoffe, die Auswahl von fünf Bildern vermittelt einen Eindruck, wie Hinweisschilder und Veranstaltungsplakate in verschiedenen Techniken und Materialien aussehen könnten. Welche davon letztlich als Bilderpool zu realisieren wären, auf den jeder bei Bedarf zugreifen kann, um sich die Motive in der benötigten Form (Hinweisschild, Plakat, Postkartenmotiv, etc.) herunterzuladen, müsste gemeinsam mit geklärt werden. Ich kann dabei als Urheber der Idee und der Bilder auftreten, für die Logistik, die Umsetzung an sich kann ich (allein) nicht sorgen.
kreativität