Auf der Kettwigerstrasse/Ecke Burgplatz steht ein Reiterdenkmal.
Reiterdenkmäler sind Staatskunst und der Staat war das neu geründete Deutsche Reich.Das Denkmal heroisiert Kaiser Wilhelm I., stellvertretend für den rauschhaften Nationalstolz dieser Zeit.
Dieses Denkmal hat seine beabsichtigte Funktion, die verewigte Verherrlichung, durch den Untergang der dazugehörigen Weltanschauung auf den Schlachtfeldern des Ersten- und Zweiten Weltkrieges verloren.
Ein Denkmal ohne Denkmalfunktion ist kein Denkmal mehr.
Das Gestaltungskonzept meiner Skulptur interpretiert das Thema Reiterdenkmal für Wilhelm I. retrospektiv also mit Kenntnis der geschichtlich nachfolgenden Ereignisse und führt so zwangsläufig zu einer signifikant anderen Gestaltung,die dennoch formale Prinzipien der Denkmalplastik beachtet.
Es beinhaltet zwar die formalen Bestandteile, stellt sie aber in einen anderen Zusammenhang.
Die vermeintliche Inkongruenz zwischen Schein und Sein provoziert womöglich eine Auseinandersetzung zuerst mit dem Objekt an sich aber in der Gedankenfolge fast zwangsläufig mit der deutschen Geschichte.
Möchte man meinem Verständnis folgen, hat die Skulptur eine Denkmalfunktion.Ein Denkmal gehört in den öffentlichen Raum.
Noch steht die Skulptur als ausführungsfertiges 1:1 Modell in der Werkstatt.
Vorgesehen ist eine Realisation aus Stahlguss und Sandstein.
bildende kunst